"Bürgerkriege in Afrika haben oftmals ethnische, soziale oder ökonomische Hintergründe", erklärt Kamil Klosek, Mitglied des JuLi-Kreisvorstandes und Fachreferent für afrikanischen Bürgerkrieg in der D.R. Kongo, seine Auswirkungen und seinen Entstehungsprozess.
"Zwar sind auch in der D.R. Kongo während des ersten Bürgerkriegs und insbesondere auch während des zweiten Bürgerkriegs Ende des 20 Jahrhunderts verschiedene politische als auch rebellische Gruppierungen, der korrupte Staatsapparat und die ethnische Vielfalt an der Entstehung und dauernden Entwicklung der Bürgerkriege maßgeblich beteiligt, doch wäre dies allein viel zu verkürzt, um die Komplexität dieser Unruhen im Gebiet der D.R. Kongo zu erklären", so Klosek weiter.
Wenn man allerdings einmal einen Blick auf die Karte Kongos und die betreffenden Gebiete mit reichen Vorkommen an Rohstoffen, wie u.a. Diamanten, Gold, Kobalt oder Coltan wirft, dann erkennt man einen nicht widerlegbaren Zusammenhang hinsichtlich der Aktivität der rebellischen Gruppierungen, die in den betreffenden Gebieten operieren. "Waren noch im ersten kongolesischen Bürgerkrieg die politischen, ethnischen und sozialen Gründe entscheidend, war der zweite vor allem politisch und später ökonomisch veranlagt. Ethnische Aspekte oder eine Demokratisierung des Staates waren nur zweitrangige Faktoren beim Krieg gegen die Regierung in Kinshasa und die anderen konkurrierenden Rebellenorganisationen", erläutert Klosek.
Der Krieg wurde hier im Beispielfall Kongos als wirtschaftlicher Faktor von den unterschiedlichen zu dieser Zeit aktiven Rebellen und Staatsvertretern genutzt. "Er war Mittel zur Gewinnmaximierung durch Ausbeutung der Bodenschätze im Kongo", so Klosek abschließend.
Unter den zahlreichen Gästen war auch der Bundestagsabgeordnete der Karlsruher FDP, Kreisvorsitzende und Mitglied des Karlsruher Stadtrats, Herr Heinz Golombeck, anwesend, worüber sich die JuLis außerordentlich gefreut haben.
Für die Karlsruher JuLis war es ein toller und vor allem sehr informativer Abend, der gezeigt hat, dass Bürgerkriegsszenarien in Afrika anhand des konkreten Beispiels der demokratischen Republik Kongo immer am speziellen Fall untersucht werden müssen, sich jedoch teilweise in ähnliche Modelle und Entstehungsgefüge einordnen lassen und so eine Regelhaftigkeit erkennbar ist. Der Kreisverband der Jungen Liberalen dankt Herrn Klosek für seinen sehr guten Fachvortrag.
Die Jungen Liberalen sind die Jugendorganisation der FDP und existieren seit Beginn der 80er Jahre. Die deutschlandweit etwa 10.000 Mitglieder sind zwischen 14 und 35 Jahren alt und wehren sich gegen die schleichenden Bedrohung durch Umweltverschmutzung, Staatsschulden und bevormundende Bürokratie.
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